Buono. Pulito. Giusto.
Das Piemont gehört zu den genussreichsten Regionen Italiens, gesegnet mit allen guten Dingen des Lebens. Im Piemont entstand vor vierzig Jahren auch die kämpferische Antwort auf das Fast Food amerikanischer Prägung - nämlich Slow Food. Begründet und geleitet von dem im Frühjahr 2o26 verstorbenen Carlo Petrini. Slow Food heißt: genußvoll essen, mit Muße, am besten mit Freunden in gastlicher Atmosphäre. In Ehren halten, was das eigene Land, die eigene Küche schon immer hervorgebracht hat. Ein Lob der Tradition mit einem Glaubensbekenntnis aus genau drei Worten: buono, pulito, giusto. Erstes Gebot: es muss gut schmecken. Das Zweite: es muss sauber sein, rein, unbelastet. Und schließlich Drittens: die Preise müssen fair sein, für die Erzeuger, für die Händler, für die Gäste. Nach diesem Glaubensbekenntnis kann man im Piemont auch studieren ..... im ehemaligen Königsschloß von Pollenzo. Mediastoria hat sich für einige Tage als Gasthörer in Pollenzo eingeschrieben.Zu Gast in der Slow Food-Universität in Pollenzo. |
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| Im frühen 19. Jahrhundert ließ sich Carlo Alberto aus dem Haus Savoyen das königliche Schloß und Hofgut in Pollenzo bauen. Mittelalterlich, mit Türmen, Zinnen, Spitzbögen. Seit 2oo4 dient das prächtige Gemäuer als Sitz der Università di Studi delle Scienze Gastronomiche, der Universität der gastronomischen Wissenschaften - sozusagen das akademische Kind von Slow Food, und der Kultur, Geschichte und Zukunft des Essens und Trinkens gewidmet. Und zwar ganzheitlich, vom Acker bis zum Teller, oder vom Weinberg bis zum Glas. Immer buono, pulito, giusto. Auch dieses Projekt wurde von Carlo Petrini inspiriert. Wie man sieht: ein ausgesprochen einladendes Ambiente für den akademischen Nachwuchs. |
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Die Universität von Pollenzo wird heute gemeinsam von Slow Food, der Region Piemont sowie von zahlreichen Sponsoren und Förderern getragen. Unterrichtssprachen sind Italienisch und/oder Englisch. Universitätsrektor Nicola Perullo z.B. führt in die Grundlagen des "New Food Thinking" ein - des neuen Nachdenkens über unsere Ernährung ..... auch in flüssiger Form. |
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| Pollenzo liegt wenige Kilometer außerhalb der kleinen Stadt Brà, südlich von Turin. Brà war der Heimatort von Carlo Petrini und wurde zur Wiege der Slow Food-Bewegung. Brà ist zwar nicht so bekannt wie seine Nachbarorte Barolo, Alba oder Monforte - dafür geht es erheblich beschaulicher zu, Brà ruht meistens sehr in sich und seine Besucher treten sich auch an Markttagen nicht gegenseitig auf die Füsse. |
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| Der Salsiccia genau wie dem Formaggio di Brà begegnet man auf ziemlich jeder Speisekarte in den Restaurants von Brà, auf jeden Fall aber im legendären Boccondivino, im alten Zentrum der Stadt. Das Boccondivino war das allererste Restaurant (oder eben: die erste Osteria), in dem nach den eisernen Regeln von Slow Food gearbeitet wurde - buono, pulito. giusto. So ist es seit mehr als vierzig Jahren. Gut essen mit gutem Gewissen, sauber und gerecht. In Brà ist man am rechten, am historischen Ort ..... wer sich hier nicht zum Genuß verführen läßt, an dem ist vermutlich mehr als nur Hopfen und Malz verloren. Siehe Bild unten. |
| © Archivio UNISG | https://www.unisg.it/student-life/life-in-bra/ |
Alle wesentlichen Informationen zur Università di Scienze Gastronomiche (UNISG) sind auf Italienisch bzw. Englisch erhältlich unter https://www.unisg.it/en/ sowie unter https://www.unisg.it/en/campus/welcome-to-pollenzo/
Auskünfte zu Brà und Umgebung mit Hinweisen auf Veranstaltungen und kulinarische Besonderheitenen gibt es auf Italienisch oder Englisch unter https://turismoinbra.it/
Die immer zuverlässige und hilfreiche Adresse zu den einzelnen italienischen Regionen ist die von ENIT, der staatlichen Tourismusagentur https://www.italia.it/de
Zu Piemont im Besonderen auch https://www.visitpiemonte-dmo.org/ (nur auf Italienisch)
Das Boccondivino ist das Ur-Slow Food-Restaurant in Brà. Wer schon mal einen Blick auf die Speisekarte werfen will: https://www.boccondivinoslow.it/menu-alla-carta
Die legendären Tajarin 4o tuorli al sugo di salsiccia di Bra schlagen mit moderaten 12 Euro zu Buche - ein guter Orientierungswert. Eine weitere Slow Food-Osteria in Brà ist das Battaglino https://ristorantebattaglino.it/
Der klassische Restaurantführer ist Osterie d'Italia, in dem sämtliche Lokalitäten aufgeführt sind, die ihre Gäste nach den Maßgaben von Slow Food bekochen und bewirten - nach Regionen und dann nach Orten sortiert. Von vielen dieser Lokale mag man kaum glauben, dass es sie überhaupt noch gibt. Nur Mut, die Überraschungen lohnen fast immer: https://www.slowfood.it/tutte-le-chiocciole-di-osterie-ditalia-2026-regione-per-regione/
Die nächste Biennale der besten europäischen Rohmilchkäse in handwerklicher Tradition findet im September 2o27 statt (und dann weiter, klar, alle zwei Jahre). Hier die Seite von 2o25 (Italienisch/Englisch) https://cheese.slowfood.it/cheese-si-conferma-il-piu-importante-evento-al-mondo-sui-formaggi-artigianali/
Den hervorragenden Formaggio di Brà D.O.P. gibt es ganzjährig bei Fiorenzo Giolito. Übrigens auch ein guter Ort zum Vespern: https://giolitocheese.it/